Weihnachtsfeiern

 

1995 ? Schoko-Schach, die zarteste Versuchung ...

FRANKFURT-WEST Endlich ist es soweit: Nachdem sich bereits seit längerem die Ehefrau des H-W. Schmitt dem Schach zugeneigt zeigt, läßt sich nun auch die liebe Verwandtschaft davon inspirieren. Folge: Sie präsentierte als passendes Geburtstagsgeschenk (für die Gattin allerdings) ein Schachspiel durch und durch aus Schokolade, vom Brett bis zu den Figuren.
Da war die Freude groß - doch was macht man damit bloß?
Schach macht Spaß! Warum soll es nicht auch gut schmecken, besonders Kindern?

Ein passendes Ambiente war schnell gefunden: die Weihnachtsfeier des SC Frankfurt-West. Da tummelten sich immerhin soviel Kinder wie ein dreiviertel Figurensatz. Nachdem der Nikolaus die Kinder schachlich „abgeklopft“ und beschenkt hatte, durften sie noch einmal nach vorne kommen. Angekündigt wurde ein besonderes Schachspiel, zu dem zwei Mannschaften zu bilden waren. Entsprechend dem SC-West-Jugend-pro-gramm traten die Mannschaften „Weißer Tiger“ und „Schwarzer Bär“ gegeneinander an und zwar zusammen an e i n e m Brett. Die Herausforderung bestand darin, je einen Zug so zu spielen, daß möglichst eine Figur geschlagen wird, um sie dann als Schokopendant vom nebenstehenden Schokoschachbrett direkt im Kindermund verschwinden zu lassen. Dies hörte sich natürlich leichter an als getan. Denn obwohl jeder für sich selbst profitieren wollte, mußte das Spiel lange genug in Schach gehalten werden, um auch alle Figuren verspeisen zu können. Doch SC West-Kinder sind anscheinend vielseitig begabt und sicherlich noch unverbissen (obwohl es ums` Beißen ging). Sie erledigten dieses Spiel mit Eifer und trotz der Turbulenzen, die beim Spiel zweier Mannschaften an nur einem Brett entstehen, doch schachkorrekt.

Am Ende gewannen die „Weißen Tiger“. Pech hatte dabei ein „Schwarzer Bär“, der natürlich nur weiße Schokofiguren erbeutete, lieber aber dunkle aß. Doch Schlagabtauch war erlaubt. Auf diese Weise kam denn auch ein noch gar zu junger Schachspieler, der sich mit dem sehnsüchtigen Zuschauen begnügen mußte, zu seinem ersten oralen Figurenkontakt.

Irgendwann war das Brett leer gefuttert, doch es war und blieb immer noch eßbar. Nun durften auch die Erwachsenen kosten und zwar stückchenweise, das Feld zu DM 2.- oder 3.- ganz nach Belieben, da sich die Kinder auf keinen festen Verkaufspreis einigen konnten (was sich zu Gunsten des höheren Preises auswirkte). Und weil sich fast keiner den einzigartigen Genuß eines eßbaren Schachbrettes entgehen lassen wollte, klingelte es am Ende ordentlich in der Kasse des damit begründeten Jugendkontos für die SC West Kinder.

Und da sage einer, Schokolade sei nicht gesund. Es kommt eben darauf an, was man daraus macht.


Conny Schmitt

(Quelle: Schabernack 7)